Artikel - Himmelskörper verursachte Sintflut

Himmelskörper verursachte Sintflut

Autor: A. Felber

Seit meiner Entdeckung von Dr. B. Ellmanns These sind weitere Hinweise und Thesen mit ähnlichem Inhalt erschienen, die Ellmanns Idee untermauern und erweitern.

Diese Gründe motivierten mich dazu, die verschiedenen Dinge in Zusammenhang zu bringen und den erstaunlichen Deckungsgrad mit der biblischen Urgeschichte zu erläutern.

Im Folgenden ist eine Zusammenfassung einer weiteren These und Meinungen zum Thema Sintflut zu finden, während weitere Erläuterungen in noch folgenden Beiträgen erscheinen werden.

Übersicht

  1. Bedeutung des Wortes 'Sintflut'
  2. Mythen und die Sintflut
  3. Meteorit als Ursache der Sintflut

Bedeutung des Wortes 'Sintflut':

Das deutsche Wort 'Sintflut' ging aus mittelhochdeutsch 'sin(t)vluot', althochdeutsch 'sin(t)fluot' hervor, was so viel wie 'immer währende Überschwemmung' bedeutet.
Die germanische Vorsilbe 'sin' bedeutet 'immer während, andauernd, umfassend' – die Silbe 'Sint' leitet sich somit nicht, wie oft angenommen, vom Wort Sünde ab.

Mythen und die Sintflut:

Das uns wohl bekannteste Beispiel einer Schilderung der sogenannten Sintflut findet sich in der Bibel.
Im 1. Buch Mose 6 bis 8 lesen wir folgendes:

1. Mose 6

(5)Und Gott sah, daß des Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag...
(7)Und Gott sprach: Ich will den Menschen, den ich geschaffen habe, von der Fläche des Erdbodens vertilgen...
(8)Noah aber fand Gnade in den Augen Gottes...
(13)Und Gott sprach zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist vor mich gekommen; denn die Erde ist voll Gewalttat durch sie; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.
(14)Mache dir eine Arche von Gopherholz...
(17)Denn ich, siehe, ich bringe die Wasserflut über die Erde, um alles Fleisch unter dem Himmel zu verderben, in welchem ein Hauch des Lebens ist...
(18)Aber... du sollst in die Arche gehen, du und deine Söhne und dein Weib und die Weiber deiner Söhne mit dir.
(19)Und von allem Lebendigen, von allem Fleische, zwei von jeglichem sollst du in die Arche bringen, um sie mit dir am Leben zu erhalten; ein Männliches und ein Weibliches sollen sie sein...
(22)Und Noah tat es; nach allem, was Gott ihm geboten hatte...

1. Mose 7

(6)Und Noah war sechshundert Jahre alt, als die Flut kam...
(10)Und es geschah nach sieben Tagen, da kamen die Wasser der Flut über die Erde.
(11)Im sechshundertsten Jahre des Lebens Noahs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tage des Monats, an diesem Tage brachen auf alle Quellen der großen Tiefe, und die Fenster des Himmels taten sich auf.
(12)Und der Regen fiel auf die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte... Und die Wasser mehrten sich und hoben die Arche empor; und sie erhob sich über die Erde.
(18)Und die Wasser nahmen überhand und mehrten sich sehr auf der Erde; und die Arche fuhr auf der Fläche der Wasser.
(19)Und die Wasser nahmen gar sehr überhand auf der Erde, und es wurden bedeckt alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel sind...
(21)Da verschied alles Fleisch, das sich auf der Erde regte, an Gevögel und an Vieh und an Getier und an allem Gewimmel, das auf der Erde wimmelte, und alle Menschen... Und nur Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.
(24)Und die Wasser hatten überhand auf der Erde hundertfünfzig Tage.

1. Mose 7

(1)Und Gott gedachte des Noah und alles Getieres und alles Viehes, das mit ihm in der Arche war; und Gott ließ einen Wind über die Erde fahren, und die Wasser sanken.
(2)Und es wurden verschlossen die Quellen der Tiefe und die Fenster des Himmels, und dem Regen vom Himmel ward gewehrt...
(4)Und im siebten Monat, am siebzehnten Tage des Monats, ruhte die Arche auf dem Gebirge Ararat.
(5)Und die Wasser nahmen fort und fort ab bis zum zehnten Monat; im zehnten Monat, am Ersten des Monats, wurden die Spitzen der Berge sichtbar...
(13)Und es geschah im sechshundertundersten Jahre, im ersten Monat, am Ersten des Monats, da waren die Wasser von der Erde vertrocknet. Und Noah tat die Decke von der Arche und sah: und siehe, die Fläche des Erdbodens war getrocknet...
(21)...und Gott sprach in seinem Herzen: Nicht mehr will ich hinfort den Erdboden verfluchen um des Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an; und nicht mehr will ich hinfort alles Lebendige schlagen, wie ich getan habe.
(22)Forthin, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, und Frost und Hitze, und Sommer und Winter, und Tag und Nacht.
Weitere Ausführungen sind im 1. Buch Henoch der Apokryphen zu finden.

Doch die ausführliche Schilderung der Bibel ist weder die Einzige noch die Älteste unter den Berichten, die von einem solch schrecklichen Ereignis zu erzählen wissen.

Auch der jüdische Geschichtsschreiber Josephus Flavius (geboren 37 oder 38 n.Chr.) gibt die Sintflut der Bibel umfänglich wieder und ergänzt einige Dinge, die in den heutigen Bibelübersetzungen keine Erwähnung [mehr] finden.
Jüdische Altertümmer: Im ersten Buch, 3.Kapitel Abschnitt 5 schreibt Flavius:

"Nachdem nun Gott die Menschen durch Zeichen gewarnt hatte, fing es an zu regnen, und es fiel so viel Wasser vom Himmel, dass dasselbe fünfzehn Ellen über der Erde stand. So fanden die meisten Menschen jeden Ausweg zur Rettung versperrt..."

Ebenso verweist Flavius auf andere Zeugen und Schriftsteller, wie Berosus den Chaldäer, Hieronymus den Ägypter und andere, die in ihren Werken von dieser Sintflut berichten.

Des weiteren ist in dem sogenannten Gilgamesch-Epos, das wohl berühmteste literarische Werk Babyloniens und eines der Ältesten überhaupt, von einer vernichtenden Flut ausführlich die Rede. Die 11. Tafel, die wie das ganze Epos nur lückenhaft vorhanden ist, erzählt wie Gilgamesch (Hauptfigur) seinen Urahnen (Utnapischtim) aufsucht, der ihm die Geschichte von der Flut erzählt:

Utnapischtim sprach zu ihm, zu Gilgamesch:

Ein Verborgenes, Gilgamesch, will ich dir eröffnen,
Und der Götter Geheimnis will ich dir sagen.
Schuruppak - eine Stadt, die du kennst,
Die am Ufer des Euphrat liegt -
Diese Stadt war schon alt, und die Götter waren ihr nah.
Eine Sintflut zu machen, entbrannte das Herz den großen Göttern.
Den Eid leistete ihr Vater Anu,
Enlil, der Held, der sie berät,
Ihr Minister Ninurta, ihr Deichgraf Ennugi.
Ninschiku-Ea hatte mit ihnen geschworen;
Ihre Rede jedoch gab er einem Rohrhaus wieder:

"Rohrhaus, Rohrhaus! Wand, Wand!
Rohrhaus, höre, Wand, begreife!
Mann von Schuruppak, Sohn Ubara-Tutus!
Reiß ab das Haus, erbau ein Schiff,
Laß fahren Reichtum, dem Leben jag nach!
Besitz gib auf, dafür erhalt das Leben!
Heb hinein allerlei beseelten Samen ins Schiff!
Das Schiff, welches du erbauen sollst..."

...Der Zeitpunkt kam herbei:
...Des Wetters Aussehn betrachtete ich -
Das Wetter war fürchterlich anzusehn.
Ich trat hinein ins Schiff und verschloß mein Tor...

Kaum daß ein Schimmer des Morgens graute,
Stieg schon auf von der Himmelsgründung schwarzes Gewölk.
In ihm drin donnert Adad,
Vor ihm her ziehen Schullat und Chanisch.
Über Berg und Land als Herolde ziehen sie.
Eragal reißt den Schiffspfahl heraus,
Ninurta geht, läßt das Wasserbecken ausströmen,
Die Anunnaki hoben Fackeln empor,
Mit ihrem grausen Glanz das Land zu entfiammen.
Die Himmel überfiel wegen Adad Beklommenheit,
Jegliches Helle in Düster verwandelnd;
Das Land, das weite, zerbrach wie ein Topf.
Einen Tag lang wehte der Südsturm...,
Eilte dreinzublasen, die Berge ins Wasser zu tauchen,
Wie ein Kampf zu überkommen die Menschen.
Nicht sieht einer den andern,
Nicht erkennbar sind die Menschen im Regen.
Vor dieser Sintflut erschraken die Götter,
Sie entwichen hinauf zum Himmel des Anu -
Die Götter kauern wie Hunde, sie lagern draußen!
Es schreit Ischtar wie eine Gebärende...
Sechs Tage und sieben Nächte
Geht weiter der Wind, die Sintflut,
Ebnet der Orkan das Land ein.
Wie nun der siebente Tag herbeikam,
Schlug plötzlich nieder der Orkan die Sintflut, den Kampf,
Nachdem wie eine Gebärende sie um sich geschlagen.
Ruhig und still ward das Meer, Der böse Sturm war aus und die Sintflut.

...Nach Ufern hielt ich Ausschau in des Meeres Bereich:
Auf zwölfmal zwölf Ellen stieg auf eine Insel,
Zum Berg Nißir trieb heran das Schiff.
Der Berg Nißir erfaßte das Schiff und ließ es nicht wanken...

Die "komplette" 11. Tafel

In der griechischen Mythologie erzählt der Dichter Pindar (5. Jh. v.Chr) wie Zeus beschloss, die Welt zu vernichten. Nur der König Deukalion und seine Familie wurden in einer Arche gerettet.

Und auch Legenden aus dem Fernen Osten handeln von einer ähnlichen Katastrophe. Selbst in irischen Mythen sind Berichte zu finden – und manche indianische Legende aus Nord- und Südamerika gleicht der von Noah so sehr, dass die Spanier (siehe Konquista Amerikas) fürchteten, der Teufel habe sie erzählt, um die Menschen in die Irre zu leiten.

Meteorit als Ursache der Sintflut:

Bruce Masse, ein Archäologe am Los Alamos National Laboratory, hat rund um die Welt weit mehr als hundert Sintflut-Mythen ausgewertet.

Da beinahe jede Kultur eine Legende von einer grossen Flut hat - und wenn man ein wenig zwischen den Zeilen liest, erwähnen viele von ihnen so etwas wie einen Kometen, der dem Desaster vorausging - kam Bruce Masse zum Schluss, dass die in den Mythen beschriebene Sintflut die Folge eines Meteoriteneinschlages sein könnte.

Denn viele dieser Mythen berichten von Stürmen, riesigen Flutwellen, Dunkelheit und von katastrophalen Regenfällen. Ebenso ist oft von gehörnten Schlangen, Leuchterscheinungen und anderen übernatürlichen Geschöpfen am Himmel die Rede. Was typischen Bildern für Kometen entspricht.
Denn wenn ein Komet die Sonne umkreist, kommt es oft vor, dass der Schweif durch den Sonnenwind "getrieben" dem Kometen vorauseilt, was in den Mythen als Horn beschrieben wird.

Da es unmöglich ist, dass die Mythen aus dem Nahen Osten (Gilgamesch-Epos, Sintflut der Bibel, etc.) rund um die Welt gelangt sind, sich die 'Sintflut-Mythen' dennoch aber alle sehr gleichen, müssen sie Beobachtungen ein- und desselben Geschehnisses sein.

Gemäss der Ansicht vieler Wissenschaftler ist es zwar gewagt, anhand von Mythen auf historische Ereignisse zu schliessen, doch hat Bruce Masse, der sich stark mit der Mythologie auseinander gesetzt hat, bewiesen, dass zum Beispiel indianische Mythen historische Ereignisse wie Vulkanausbrüche ziemlich genau wiedergeben.
So lassen sich aus der trotz oft durch Übertreibungen gekennzeichneten Wiedergabe der Geschehnisse Rückschlüsse auf die Realität ziehen.
Folglich müssten auch die Mythen über katastrophale Ereignisse wie die Sintflut solche Rückschlüsse zulassen und falls sie ein- und dasselbe Ereignis beschreiben, müssten Informationen wie Jahreszeit, Mondzyklus oder Planetenkonstellation logisch zusammenpassen und einen Sinn ergeben.

  1. So berichten etwa 15 dieser Mythen, dass zum Zeitpunkt der "Flut" Vollmond war.
  2. Einige Mythen berichten über eine Planetenkonstellation, die auf 2807 Jahre vor Christus datiert werden konnte.
  3. Genauso fallen politische Ereignisse aus indischen, mesopotamischen und ägyptischen Mythen in den selben Zeitraum.
  4. Und eine hinduistischer Mythos beschreibt eine Konstellation von fünf Planeten, die sich nur einmal in den letzten 5000 Jahren eingestellt hat.

So kommt Bruce Masse zur Überzeugung, dass der Einschlag eines knapp fünf Kilometer grossen Meteoriten vor der Küste Madagaskars, also im Indischen Ozean, die Ursache für die Katastrophe war, die rund um die Welt in den Mythen der unterschiedlichsten Kulturen wiedergegeben wurde.

Datierung

Mit Hilfe von Computersimulationen, einer chinesischen Geschichte, welche die grosse Flut mit dem Ende der Herrschaft des Kaisers Nu Wa in Verbindung bringt, und dem Vergleichen von historischen Aufzeichnungen mit astronomischen Daten, kommt Bruce Masse zum Schluss, dass der Einschlag und somit der Beginn der Sintflut um den 10. Mai 2807 v.Chr. anzusiedeln ist.

Folgenschwere Auswirkungen

Modellrechnungen zeigen, dass ein solcher Einschlag gewaltige Flutwellen bis zu 200 Metern Höhe auslösen würde, welche die Küstenlinien der Welt überrollten. Und er setzte so viel Hitze, Wasserdampf und - durch den Aufprall auf den Meeresboden - so viel Staub frei, dass die Atmosphäre aus den Fugen geriete. Tagelang prasselten schwerste Regenfälle nieder, suchten Superhurricans die Erde heim, und die Sonne wäre durch einen Schleier aus Staub und Wassereis in der Atmosphäre verdunkelt.
Wobei natürlich nicht alles Land im Wasser versank. Denn es fällt auf, dass Mythen aus Küstenregionen, ob nun aus Indonesien, Kalifornien oder Brasilien, von einer riesigen Flutwelle erzählen, die nur überlebte, wer sich auf mehrere hundert Meter hohe Hügel retten konnte.
All dies hätte zum Tode von etwa 80% der damaligen Weltbevölkerung geführt und ein total neues Zeitalter der Erdgeschichte eingeläutet. Ebenfalls könnte dieser Einschlag die letzte Eiszeit ausgelöst haben.

Hätte der beschriebene Einschlag tatsächlich stattgefunden, so müssten sich im Gelände Anhaltspunkte dafür erhalten haben.
So begann man mit den Satellitenbildern von Google-Earth nach Zeichen einer solch riesigen Flutwelle zu suchen.
Und es sind bereits einige solcher Spuren für die Ablagerungen eines solchen Megatsunamis bekannt:
Auf Madagaskar wurden Dünen gefunden, die so hoch sind wie das Empire State Building (Bericht), aber auch aus Mosambik, Asien und Australien kennt man verdächtige Strukturen.
Die Dünen an Madagaskars Westküste enthalten Fossilien, die vom Ozeanboden stammen...

Die Bedeutung von Bruce Masses Hypothese liegt darin, dass sie ein neues Licht auf die Rolle von Einschlägen für die Erde und die Menschheit werfen könnte.

Bruce Masse gibt zu, dass der Beweis nicht aus den Mythen selbst erbracht werden kann. Sondern die Mythologie kann helfen, Hypothesen zu Geschehnissen, die sich ereignet haben könnten, aufzustellen. So muss jetzt nach weiteren physikalischen Beweisen für diesen Einschlag gesucht werden.



Quellen:

msnbc.msn.com
discovermagazine.com
history-world.org
Josephus Flavius: Jüdische Altertümer
Bibel: Unrevidierte Elberfelder 1905
Gilgamesch-Epos: lyrik.ch